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Orderarten: Market, Limit, Stop - und wann du welche brauchst

Lesezeit ca. 3 Min.

Ordertypen sind das Handwerkszeug des Tradings. Wer sie nicht sauber unterscheidet, zahlt unnötig Spread, wird zu schlechten Kursen ausgeführt oder steht plötzlich ohne Absicherung im Markt. Die gute Nachricht: Es sind nur eine Handvoll Typen, und die Logik dahinter ist einfach.

Market-Order: sofort, zum aktuellen Preis

Die Market-Order kauft oder verkauft jetzt sofort zum besten verfügbaren Kurs. Vorteil: garantierte Ausführung. Nachteil: kein garantierter Preis. In ruhigen Märkten ist der Unterschied minimal, aber bei News-Events oder in illiquiden Phasen kann der tatsächliche Kurs deutlich vom angezeigten abweichen - das nennt sich Slippage.

Wann sinnvoll: Wenn der Einstieg jetzt wichtiger ist als der exakte Preis - etwa beim Ausbruch, der gerade läuft. Wann gefährlich: In den Sekunden um High-Impact-News, wenn Spreads explodieren (siehe Wirtschaftskalender lesen).

Limit-Order: nur zu meinem Preis oder besser

Eine Limit-Order wird nur ausgeführt, wenn der Markt deinen Wunschpreis oder einen besseren erreicht. Buy-Limit liegt unter dem aktuellen Kurs („ich kaufe den Rücksetzer"), Sell-Limit darüber („ich verkaufe in die Stärke").

Vorteil: voller Preis-Kontrolle, keine negative Slippage beim Entry. Nachteil: keine Ausführungsgarantie - der Markt kann ohne dich davonlaufen. Limit-Orders sind das Werkzeug der Geduldigen: Wer an Support-Zonen oder am Retest eines Ausbruchslevels kaufen will, legt die Order dorthin und wartet, statt dem Preis hinterherzujagen.

Stop-Order: erst ab meinem Preis

Die Stop-Order (Buy-Stop / Sell-Stop) wird erst aktiv, wenn der Markt ein bestimmtes Niveau durchbricht - Buy-Stop über dem aktuellen Kurs, Sell-Stop darunter. Ab dann wird sie zur Market-Order.

Das klingt zunächst unlogisch („teurer kaufen als jetzt?"), ist aber die natürliche Order für Ausbruchs-Strategien: Du willst erst dabei sein, wenn das Level bricht - nicht vorher. Bricht es nie, wirst du nie ausgeführt und verlierst nichts.

Stop-Loss: deine Versicherung

Der Stop-Loss ist technisch eine Stop-Order, die deine offene Position schließt, wenn der Markt gegen dich läuft. Er ist die praktische Umsetzung deines Risikolimits - ohne ihn ist jede Risikorechnung Makulatur.

Wichtig zu wissen: Ein normaler Stop-Loss garantiert die Auslösung, nicht den Kurs. Bei Gaps (etwa über Nacht bei Aktien) kann die Ausführung schlechter sein als dein Stop-Level. Manche Broker bieten garantierte Stops gegen Aufpreis - relevant vor allem für Positionen, die über Nacht oder übers Wochenende gehalten werden.

Take-Profit: Gewinne automatisch sichern

Der Take-Profit ist das Gegenstück: eine Limit-Order, die deine Position bei Erreichen des Gewinnziels schließt. Vorteil: Du musst nicht am Bildschirm sitzen, und die Entscheidung ist getroffen, bevor Emotionen mitreden. Zusammen mit dem Stop-Loss definiert er dein Chance-Risiko-Verhältnis - und damit dein geplantes R-Multiple.

Trailing-Stop: der mitlaufende Stop

Ein Trailing-Stop zieht deinen Stop-Loss automatisch nach, wenn der Trade in deine Richtung läuft - etwa immer 50 Punkte hinter dem Höchstkurs. So sicherst du Gewinne, ohne das Aufwärtspotenzial zu kappen. Der Preis dafür: In Konsolidierungen wirst du oft ausgestoppt, kurz bevor der Trend weiterläuft. Trailing-Stops passen zu Momentum- und Trendfolge-Ansätzen, weniger zu Zielzonen-Strategien.

Welche Order für welchen Zweck?

| Situation | Passende Order | | --- | --- | | Ausbruch läuft gerade, ich will rein | Market (mit Slippage-Bewusstsein) | | Ich will den Rücksetzer an die Zone kaufen | Buy-Limit an der Zone | | Ich will erst rein, wenn das Hoch bricht | Buy-Stop über dem Hoch | | Absicherung jeder Position | Stop-Loss, immer | | Gewinnziel steht fest | Take-Profit | | Trend reiten, solange er läuft | Trailing-Stop |

Der Prozess-Gedanke

Ordertypen entfalten ihren Wert erst im System: Entry-Logik, Stop-Platzierung und Ziel gehören vor dem Trade festgelegt - als Teil deines Pre-Trade-Prozesses. Wer Entry, Stop und Ziel als Bracket-Order (alles in einem) aufgibt, hat die wichtigsten Entscheidungen getroffen, solange der Kopf noch klar ist. Alles, was danach kommt, ist nur noch Ausführung.

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